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„Ich bin Überzeugungstäterin” - Interview mit Constanze Krehl
Dokumentation eines Interviews, das in der vierten Ausgabe des "Forum Lipinski" erschien:
Herzlichen Glückwunsch, Constanze, Du bist im Europäischen Parlament erneut zur Koordinatorin des Regionalausschusses für die Sozialdemokraten gewählt worden. Was bedeutet ...
Vielen Dank!
... was bedeutet es konkret, Koordinatorin eines Ausschusses zu sein?
In dieser Funktion bin ich als Sprecherin und Verhandlungsführerin für die Sozialdemokraten in der Regionalpolitik zuständig. Zu meinen Aufgaben gehören die Leitung der Arbeitsgruppe, die Koordinierung der Aufgabenverteilung und natürlich die Vertretung der sozialdemokratischen Position nach außen. Für Juni organisiere ich übrigens eine Reise der Arbeitsgruppe für meine Kollegen aus den anderen EU-Ländern. Wir werden uns in Leipzig vorbildhafte Projekte anschauen, wo EU-Fördermittel erfolgreich eingesetzt wurden.
„Regionen brauchen Flexibilität“
Neuausrichtung Kohäsionspolitik: Berichterstatterin legt ihren Entwurf Regionalausschuss zur Beratung vor
Erstmals legte Constanze KREHL, SPD-Europaabgeordnete und Co-Berichterstatterin, ihren ersten Teilbericht zur Allgemeinen Verordnung über die zukünftige Neuausrichtung der Kohäsionspolitik den Mitgliedern im Ausschuss für regionale Entwicklung am Donnerstag in Brüssel zur Beratung vor. Darin wird vor allem die Zusammenarbeit mit den Regionen, Gemeinden und Sozialpartnern gestärkt, was im Ausschuss auf große Unterstützung stieß.
"Wichtig ist aber auch die größere Flexibilität der Programmumsetzung in den Regionen und die Streichung der Makrokonditionalitäten im Vorschlag der Kommission", erklärte die Sprecherin der sozialdemokratischen Fraktion für Regional- und Kohäsionspolitik. Weitere Punkte wird die SPD-Abgeordnete am 8. Mai in ihrem zweiten Teilentwurf den Ausschussmitgliedern vorlegen.
Zuvor hatte Constanze KREHL Vertreterinnen und Vertreter aus den Landtags- und Bürgerschaftsfraktionen sowie der Bundestagsfraktion in dieser Woche nach Brüssel zu einer Konferenz zur zukünftigen Regional- und Kohäsionspolitik eingeladen, um den Experten vor Ort noch während der laufenden Verhandlungen die Gelegenheit zu geben, ihre Erwartungen an die Neuausrichtung der Europäischen Kohäsionspolitik ab 2014 zu formulieren.
"In Deutschland sind die Bundesländer mit Erstellung der operationellen Programme primär für die Umsetzung der europäischen Struktur- und Regionalpolitik zuständig. Deshalb ist es gerade jetzt wichtig, Informationen direkt aus erster Hand zu erhalten. Das gilt für beide Seiten: Wir im Parlament müssen wissen, welche Erwartungen und Anregungen die Experten vor Ort an die zukünftigen EU-Förderprogramme haben. Auf der anderen Seite müssen sich die Kolleginnen und Kollegen in den Ländern auf die anstehenden Erfordernisse vorbereiten können", erklärte Constanze KREHL das Anliegen der Konferenz.
So regte eine Vielzahl der Gäste aus Deutschland an, Bürokratie abzubauen: "Sicherlich brauchen die Beamten in der EU-Kommission grundlegende Informationen und Sachstandsberichte, um den Verlauf und die rechtmäßige Umsetzung der Projekte beurteilen zu können. Wir werden im Parlament aber genau prüfen müssen, welche Auskunftspflichten notwendig und welche womöglich überflüssig sind und lediglich zu unnötigen Mehraufwand führen", sicherte Constanze KREHL Verständnis für das Anliegen aus den Regionen zu.
Einig waren sich alle Beteiligten, dass die zukünftige Regionalförderung finanziell angemessen an die anstehenden Herausforderungen ausgestattet sein muss. Dazu Constanze KREHL: "Viele Regionen in Deutschland bauen auf die Unterstützung aus den EU-Förderprogrammen. Deshalb darf die Bundesregierung nicht an ihren starren Vorgaben einer vermeintlichen Ausgabendisziplin festhalten, sondern muss im Rat endlich dynamisch im Sinne der Regionen auftreten."
Constanze Krehl: „Auf unsere Hilfe kann man sich verlassen!“
Anpassung der europäischen Regionalgesetzgebung soll in Griechenland mehrere tausend Jobs schaffen

"Der Aufbau der griechischen Wirtschaft kann nur gelingen, wenn dort gezielt investiert wird. Dafür stehen die Gelder der europäischen Regionalpolitik bereit. Jetzt wollen wir die privaten Investoren ins Boot holen und damit tausenden Griechen eine Arbeitsperspektive geben", so Constanze Krehl, regionalpolitische Sprecherin der SPD-Europaabgeordneten zu einem entsprechenden Bericht, den das Europäische Parlament am Donnerstag in Straßburg verabschiedet hat.
"Viele unserer Projekte zum Aufbau der griechischen Wirtschaft haben das Problem, dass sich keine privaten Investoren daran beteiligen, obwohl deren Gelder händeringend gebraucht werden", skizzierte Constanze Krehl den Hintergrund der Gesetzesänderung. Damit sich die Investoren an den Regionalprojekten beteiligen können, benötigen sie in der Regel einen entsprechenden Bankkredit. Da die Finanzinstitute Projekte in Griechenland in der derzeitigen Situation als zu riskant bewerten, vergeben sie kaum Kredite, was in der Folge dazu führt, dass strategisch wichtige Projekte nicht umgesetzt werden können.
"Einen Teil der Mittel, die wir Griechenland bereits zugewiesen haben, wollen wir jetzt nutzen, um solche Kredite abzusichern", so Constanze Krehl. Die Finanzinstitute können dann sicher sein, ihr Geld später zurückzubekommen und wären somit eher bereit, Kredite zu vergeben. Die Investoren wiederum können sich mit den erhaltenen Bankkrediten an Projekten der EU beteiligen, durch die dann in Griechenland mehrere tausend Stellen entstehen sollen. Für diese Maßnahme sollen bis zu 1,6 Milliarden Euro für Griechenland zur Verfügung stehen.
Dieses neue sogenannte Risiko-Teilungsinstrument hat zudem den Vorteil, dass indem die Mittel nur zur Risikoabsicherung genutzt werden, mehr Investitionen generiert werden, als wenn das Geld direkt in Projekte investiert würde. Ein Beispiel: Eine Bank vergibt einen Kredit von zehn Euro und befürchtet, dass sie nur acht zurückerhält. Die fehlenden zwei Euro sichert die EU ab – zwei Euro auf der hohen Kante ermöglichen so einen Kredit von zehn Euro. Neben Griechenland können auch fünf weitere europäische Länder von der Maßnahme profitieren: Ungarn, Rumänien, Lettland, Portugal und Irland. Dabei handelt es sich um die am stärksten von der Krise betroffenen Länder Europas.
"Die Europäische Union steht hinter Griechenland. Darauf können sich auch private Investoren verlassen! Das ist mit der verabschiedeten Gesetzesänderung ganz deutlich geworden", betonte Constanze Krehl.
„101 Jahre Internationaler Frauentag – Deutschland unrühmliches Beispiel“
„Frauen haben ihre Rechte immer erkämpfen müssen, so auch heute noch. 101 Jahre nach der ersten deutschen Frauentags-Demonstration haben Frauen immer noch nicht wirklich die gleichen Chancen wie Männer. Solange das der Fall ist, bleibt der 8. März ein Datum, um Bilanz zu ziehen“, so Constanze Krehl, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Gruppe im Europäischen Parlament.
Und die Bilanz fällt gerade für Deutschland nicht gut aus: Denn in keinem anderen Land in Europa ist das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern so groß wie in der Bundesrepublik. Frauen in Vollzeitstellen verdienen durchschnittlich 21,6 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. In Norwegen hingegen liegt die Differenz lediglich bei 8,4 Prozent. Auch was den Frauenanteil in Führungspositionen betrifft, ist Deutschland im internationalen Vergleich weit abgeschlagen. Nicht mal vier Prozent der Vorstandsposten deutscher Unternehmen sind mit weiblichen Führungskräften besetzt, wie aus der jüngst vorgestellten Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervorgeht.
Constanze Krehl: "Deutschland ist ein unrühmliches Beispiel, wenn es um Chancengleichheit von Frauen und Männer geht. Die OECD-Studie zeigt klar auf, was wir seit Jahren schon wissen. Halbherzige nebulöse Erklärung und Selbstverpflichtungen werden den Frauen nicht weiterhelfen. Verbindliche Quoten hingegen schon." Deshalb werden die SPD-Europaabgeordneten weiterhin kämpfen, um geeignete Instrumente zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen in Europa durchzusetzen und "verkrustete Strukturen in den Unternehmen, aber vor allem auch in den Köpfen zu durchbrechen", erklärt Constanze Krehl.
"Ich erwarte, dass EU-Kommissarin Viviane Reding sich ein Herz fasst und bis zum Frühjahr verbindliche Gesetzesvorschläge auf den Tisch legt. Wer wie eine Löwin brüllt, kann es sich nicht erlauben, später wie ein Schmusekätzchen zu schnurren", fordert Constanze Krehl abschließend.
Constanze Krehl: „Was Griechenland braucht, sind umfangreiche Investitionen!"
Krisengeschüttelte Ländern wie Griechenland sollen schnellere, umfassendere und wirkungsvollere Hilfe aus der Regionalförderung erhalten. Am Dienstag wurde im Ausschuss für regionale Entwicklung des Europäischen Parlaments ein Berichtsentwurf für eine entsprechende Anpassung der aktuellen Regionalgesetzgebung erstmals vorgestellt.
"Der Sparkurs, den Merkel und Sarkozy seit Monaten als Erfolgsrezept verkaufen, wird Griechenland allein niemals aus der Misere wachsen lassen", kritisierte die SPD-Europaabgeordnete Constanze Krehl den fast ausschließlichen Fokus der EU-Politik auf immer strengere Sparauflagen für Griechenland. Jeder Unternehmer wisse, so die langjährige Europapolitikerin und ausgewiesene Expertin für die EU-Regionalpolitik, "dass man heute investieren muss, damit es einem morgen besser geht." Das gleiche müsse auch für die richtige Krisenpolitik der Europäischen Union gelten. Nur gezielte Investitionen in die Wirtschaft, in die Ausbildung der Menschen und in die Infrastruktur würden Griechenland voranbringen.
Der Ausschuss für Regionalpolitik möchte daher einen Teil der Gelder, die Griechenland zu Beginn der aktuellen Förderperiode bereits vor fünf Jahren zugeteilt wurden, dafür nutzen, private Investitionen in das Land abzusichern.
Denn zurzeit ist kaum eine Bank dazu bereit, einem privaten Anleger einen Kredit für ein Projekt in Griechenland zu geben, da die Angst zu groß ist, dieses Geld nicht zurückgezahlt zu bekommen.
Constanze Krehl: "Die griechische Wirtschaft geht derzeit zu Grunde, weil keine Kredite für dringend benötigte Investitionen zur Verfügung stehen." Um solche Investitionen abzusichern, sollen jetzt rund 1,5 Milliarden Euro aus den Fonds der Regionalpolitik zur Verfügung gestellt werden.
"Der Ansatz, den wir vorschlagen, ist eine konkrete Maßnahme und würde zu einem Wachstumsprogramm nicht unerheblich beitragen", so Constanze Krehl. "Nur müssen hier erstens die Mitgliedstaaten endlich mitziehen und zweitens weitere Aufbaumaßnahmen für Wirtschaft und Verwaltung folgen!"
Constanze Krehl fordert anlässlich des Besuchs von EU-Agrarkommissar Dacian Cioloș in Mitteldeutschland Sonderregelung für ostdeutsche Agrargenossenschaften
Anlässlich des Besuchs von EU-Agrarkommissar Dacian Cioloș in Mitteldeutschland am morgigen Montag erklärt die sächsische Europaabgeordnete Constanze Krehl:
„In den neuen Reformvorschlägen zur zukünftigen Agrarpolitik wird eine Einführung von Obergrenzen für Direktzahlungen gefordert. Sie sollen den Weg zu einem wettbewerbsfähigeren europäischen Agrarsektor ebnen und unsere Landwirtschaft für den Weltmarkt öffnen.
Die Kommission möchte den landwirtschaftlichen Großbetrieben in Zukunft mehr Eigenständigkeit abverlangen. Das Geld soll in der nächsten Förderperiode vermehrt kleineren Betrieben sowie der Förderung von Forschung und Innovation in der Landwirtschaft zu Gute kommen.
Die ostdeutschen Agrargenossenschaften werden in den jetzigen Planungen der Kommission aber nicht genügend berücksichtigt, weil dieses Modell in Europa sonst wenig verbreitet ist. Auf dem Papier wirken Agrargenossenschaften aufgrund ihrer Fläche wie Großbetriebe und sind deswegen von Mittelkürzungen bedroht. Daher ist es wichtig, dass wir gemeinsam für die Form der Agrargenossenschaft und ihre wichtige Rolle als Arbeitgeber im ländlichen Raum werben.
Ich fordere Kommissar Cioloș daher auf, in den Reformvorschlägen eine Sonderregelung zu finden, die der Situation der ostdeutschen Agrargenossenschaften gerecht wird.“
Constanze Krehl: "Langfristig vernünftig planen, aber auch auf die Herausforderungen von heute reagieren"
Am Mittwoch fand in Brüssel die erste Sitzung des Regionalausschusses des Europäischen Parlaments in 2012 statt. Damit beginnt ein entscheidendes Jahr in der Debatte um die Zukunft der europäischen Regionalpolitik.
Neben dem dänischen Europaminister Nicolai Wammen, dessen Land in den kommenden sechs Monaten dem Europäischen Rat vorsitzt, nahm auch Johannes Hahn, EU-Kommissar für Regionalpolitik, an der Sitzung teil. Mit ihm führten die Europaabgeordneten eine lebhafte Debatte, deren Grundlage das Arbeitspapier von Constanze Krehl und Lambert van Nistelrooij darstellte, in dem die Leitlinien und Ziele der zukünftigen Regionalpolitik behandelt werden.
Kommissar Hahn stellte während der Sitzung klar, dass im zukünftig vorgesehen Partnerschaftsvertrag zwischen der Kommission und den Mitgliedsstaaten auch die Regionen und die lokalen Akteure einbezogen werden. Die Ausgestaltung dieses Vertrags ist der Berichterstatterin Constanze Krehl ein wichtiges Anliegen: "Der Partnerschaftsvertrag ist das richtige Instrument, um Mitentscheidung zur Programmgestaltung auf die regionale und lokale Ebene zu bringen."
Weiteren Handlungsbedarf sehen die Mitglieder des Ausschusses allerdings bei der Diskussion um die Konzentration der Mittel auf wenige thematische Prioritäten. "Die Regionen müssen selbstständig entscheiden können, auf welche Themen die Gelder konzentriert werden sollen", so Constanze Krehl, die diese Woche als Sprecherin der Sozialdemokratischen Fraktion im Regionalausschuss bestätigt wurde.
Um eine kurzfristige Reaktion auf drängende ökonomische Probleme ging es am Donnerstag in der Debatte mit Horst Reichenbach, der die Task-Force der EU-Kommission zur Unterstützung Griechenlands leitet. Er betonte die Bedeutung der EU-Unterstützung für den krisengeschwächten Staat: "Die Gelder aus den Strukturfonds stehen zur Verfügung. Jetzt muss organisiert werden, dass sie auch in den Projekten ankommen." Eine Liste von 180 Projekten wurde bereits erarbeitet. "Das Europäische Parlament unterstützt diese Politik zum Ankurbeln der griechischen Wirtschaft ausdrücklich", unterstrich Krehl.
Constanze Krehl als Koordinatorin der europäischen Sozialdemokraten für Regionalpolitik bestätigt
Sächsische Abgeordnete leitet für Fraktion Verhandlungen zu zukünftigen EU-Fördermitteln / Gleichbehandlung der sächsischen Regionen als zentrale Herausforderung
Die sächsische Europaabgeordnete Constanze Krehl wurde am heutigen Dienstagabend als Koordinatorin der europäischen Sozialdemokraten für die Regionalpolitik gewählt. Die entsprechende Arbeitsgruppe der sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament bestätigte Krehl zur Halbzeit der laufenden Legislatur ohne Gegenkandidatur.
Die SPD-Abgeordnete steht damit in den laufenden Verhandlungen um die Verteilung der künftigen EU-Mittel in der Regionalförderung weiterhin an der Spitze der sozialdemokratischen Fraktion. In diesen Verhandlungen ist Krehl gleichzeitig Berichterstatterin für die sogenannte Allgemeine Verordnung, die gemeinsame Bestimmungen für alle Fonds der Regionalpolitik festgelegt.
„Für Sachsen ist besonders wichtig, dass zukünftig alle sächsischen Regionen in gleicher Höhe und gleicher Weise gefördert werden. Einer der größten Erfolge aus den vergangenen zwei Jahren war die Einführung der Zwischenkategorie durch die europäischen Sozialdemokraten. In diese Zwischenkategorie würden alle sächsischen Regionen fallen, auch Leipzig. Jetzt ist die Herausforderung, alle Regionen innerhalb der Zwischenkategorie gleich zu behandeln. Es darf nicht sein, dass Leipzig in Bezug auf die Kofinanzierungssätze gegenüber Chemnitz oder Dresden benachteiligt wird“, erklärte Constanze Krehl.
Constanze Krehl: "EU-Gelder für krisengeschwächte Länder freigegeben"
Griechenland, Irland und andere Mitgliedstaaten, die bei der Bewältigung der Staatsverschuldung mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, bekommen im Rahmen der europäischen Regionalförderung Unterstützung von der EU. Das Europäische Parlament hat sich am Donnerstag in Brüssel für eine entsprechende Änderung der aktuellen Allgemeinen Verordnung zu den EU-Regionalfonds ausgesprochen.
Sparzwänge und knappe Finanzmittel lassen keinen Spielraum für wichtige Investitionen und halten die Wirtschaft in vielen Mitgliedstaaten am Boden. Die Kürzungen bei den öffentlichen Finanzmitteln erlauben einigen Ländern nicht einmal, die für sie bereitgestellten europäischen Fördergelder abzurufen“, so Constanze Krehl, SPD-Europaabgeordnete und regionalpolitische Sprecherin der sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament. Denn Projekte der europäischen Regionalpolitik werden nur dann durchgeführt, wenn die Empfängerregionen einen gewissen finanziellen Eigenanteil daran mittragen. Doch dafür fehlt manchen Ländern in Europa das Geld. „Wir müssen jetzt Instrumente schaffen, die es ermöglichen die Wirtschaft, wie etwa in Griechenland, aufzubauen“, erklärte Constanze Krehl weiter.
Um die Verfügbarkeit von EU-Geldern aus den Regionalfonds zu steigern und Investitionen in Mitgliedstaaten und Regionen zu beschleunigen, soll daher nun in Ausnahmefällen der nationale Eigenanteil vorübergehend gesenkt oder in Teilen ganz ausgesetzt werden. "Mit der Ausnahmeregelung können wir jetzt endlich das Geld auszahlen, das wir diesen Ländern schon längst zugeteilt haben und das sie jetzt so dringend brauchen", kommentierte Constanze Krehl den Vorschlag.
Gebrauch von der neuen Regelung können aber nur Mitgliedstaaten machen, die wegen ihrer gesamtwirtschaftlichen Situation und Haushaltslage über zu wenige Mittel verfügen, um ihren Finanzierungsbeitrag zu leisten und in denen die Umsetzung von EU-Regionalprojekten ansonsten gefährdet wäre. Zum jetzigen Zeitpunkt erfüllen unter anderem Griechenland, Irland und Portugal die Ausnahmekriterien der geänderten Verordnung. Die Höhe der insgesamt für den Zeitraum 2007-2013 für sie bereitgestellten Mittel bleibt unverändert.
Mit den Mitteln der Europäischen Regionalpolitik soll vor Ort die Wirtschaft vorangebracht werden, die Verwaltung gestärkt und den Menschen geholfen werden, eine Arbeit zu finden. Die geänderte Verordnung tritt umgehend nach Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft.
Constanze Krehl: "EU-Gelder für krisengeschwächte Länder freigeben"
In einer Eilabstimmung haben die Regionalpolitiker des Europäischen Parlaments ein Gesetz auf den Weg gebracht, um denjenigen Ländern unter die Arme zu greifen, die in Europa am stärksten von der Krise betroffenen sind. Bis sich diese Staaten wieder wirtschaftlich erholt haben, zahlt die EU im Rahmen der Regionalpolitik einen größeren Anteil an den dort durchgeführten Förderprojekten. Eine entsprechende Änderung der Allgemeinen Vorschriften zu den europäischen Struktur- und Kohäsionsfonds nahm der Regionalausschuss am Montagabend in Straßburg an.
"In vielen Ländern Europas halten Sparzwänge und knappe Finanzmittel die Wirtschaft am Boden", erklärte Constanze KREHL, SPD-Europaabgeordnete und regionalpolitische Sprecherin der europäischen Sozialdemokraten, den Hintergrund der Abstimmung. "Wir müssen jetzt alle uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um unsere krisengeschwächten Länder, wie etwa Griechenland, wieder aufzubauen."
Projekte der europäischen Regionalpolitik werden nur dann durchgeführt, wenn die Empfängerregion einen gewissen Eigenanteil daran mitbezahlt. Doch dafür fehlt manchen Ländern in Europa das Geld. Für diese soll der Eigenanteil deshalb nun gesenkt werden. Die EU dürfte ein Projekt, beispielsweise zur Unterstützung der lokalen Wirtschaftsstruktur, auch dann finanzieren, wenn von nationaler Seite nur ein geringer Beitrag – in Ausnahmefällen auch Null Prozent – gezahlt würde.
"So können wir das Geld endlich auszahlen, das wir diesen Ländern schon längst zugeteilt haben", kommentierte Constanze KREHL den Vorschlag.
Mit den Mitteln der Europäischen Regionalpolitik soll vor Ort die Wirtschaft vorangebracht werden, die Verwaltung gestärkt und den Menschen geholfen werden, eine Arbeit zu finden.
"In Krisenzeiten wie dieser ist es wichtig, schnell und entschlossen auf die aktuellen Herausforderungen zu reagieren", begrüßte Constanze KREHL das erfolgreiche Abstimmungsergebnis. "Ich gehe davon aus, dass Anfang 2012 die Gelder fließen können. Sparen ist wichtig – aber an den richtigen Stellen investieren, mindestens ebenso."
Bevor die Änderung in Kraft treten kann, muss das Plenum noch zustimmen. Das wird voraussichtlich während der Mini-Plenarwoche Anfang Dezember in Brüssel erfolgen.
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